Archiv der Kategorie: Heft 2, April 2008

Speichereigenschaften des Oberjura in Süddeutschland am Beispiel des Blautopf-Einzugsgebiets

Hydrologie und Wasserbewirtschaftung 52. Jahrgang, Heft 2, April 2008

Hydrologie und
Wasserbewirtschaftung
52. Jahrgang, Heft 2,
April 2008

Autor/Autorin:
Matthias Selg

Schlagworte:
Grundwasserleiter, Karstgrundwasserleiter, Kluftgrundwasserleiter, Speichervermögen

Der Oberjura Süddeutschlands ist ein Grundwasserleiter mit überregionaler Bedeutung für die Wasserversorgung. Als Kluft- und Karstgrundwasserleiter stellt er ein komplexes System unterschiedlicher Speicher- und Dränagefunktionen dar, das nicht mit dem einfachen Ansatz von Maillet beschrieben werden kann. Die üblichen hydraulischen Ansätze zur Bestimmung der Grundwasserleiterparameter sind angesichts von Flächengröße bzw. Inhomogenität und Anisotropie wenig hilfreich für die flächendeckende Parametrisierung. Insbesondere Kenntnisse über Alterstruktur des Grundwassers und mittlere Verweilzeit werden genutzt, um repräsentative Werte für den gesamten Grundwasserleiter zu erhalten. Klüfte allein reichen nicht aus, um das zu beobachtende Speichervermögen zu erklären. Sie werden ergänzt durch ein weiteres System diagenetisch entstandener Porosität. Die sehr mächtige ungesättigte Zone spielt mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls eine speicherwirksame Rolle.

Seentherapie: Anwendung eines Phosphor-Bilanzmodells zur Abschätzung der Wirksamkeit einer Tiefenwasserableitung bei sinkender externer Belastung durch Flächenstilllegungen

Hydrologie und Wasserbewirtschaftung 52. Jahrgang, Heft 2, April 2008

Hydrologie und
Wasserbewirtschaftung
52. Jahrgang, Heft 2,
April 2008

Autor/Autorin:
Andreas Stein, Christel Rietz und Michael Hupfer

Schlagworte:
Eutrophierung, Seentherapie, Tiefenwasserableitung

Viele gegen die Eutrophierung gerichtete Maßnahmen zielen auf die Verminderung der Konzentration des Phosphors (P) im Gewässer, da dieser Nährstoff oft die Primärproduktion limitiert. Um den Einsatz externer und interner Verfahren zu optimieren und die langfristige Entwicklung der P-Konzentration im See vorherzusagen, werden praktikable Berechnungsgrundlagen benötigt. In einer Fallstudie wurde das Einbox-Modell zur Bilanzierung des P-Haushaltes am Naugartener See (Brandenburg) angewendet, um die Effizienz einer Tiefenwasserableitung (TWA) in Relation zur erfolgten externen Lastsenkung durch Flächenstilllegungen und die Errichtung von Vorbecken abzuschätzen. Die Szenarioanalysen zeigen, dass die größte Wirkung auf die P-Konzentration im See durch die Stilllegungen landwirtschaftlicher Flächen zu erwarten ist. Die TWA senkt die mittlere stationäre P-Konzentration im See lediglich um weitere 10 µg L-1. auf etwa 50 µg L-1. Bei andauerndem Betrieb der TWA und einer allmählichen Senkung der gegenwärtigen externen P-Last von 0,246 g P m-2 a-1 um weitere 10 % durch Vergrößerung der landwirtschaftlichen Stilllegungsfläche von 162 auf 196 ha könnte der Schwellenwert zur Erreichung eines stabilen mesotrophen Zustandes theoretisch erreicht werden. Ohne TWA würde die dazu notwendige Lastsenkung 25 % betragen, was einer Vergrößerung der Stilllegungsfläche um weitere 43 ha (13 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche) entspricht. Die Szenarien zeigen, dass weitere externe Maßnahmen notwendig sind, wobei die TWA einen Teil der zu hohen externen P-Last kompensieren kann. Das Einbox-Modell ist ein wichtiges Hilfsmittel, um die Auswahl und Kombination geeigneter Therapiemaßnahmen zu erleichtern.

Modellgestützte Ermittlung von Abflusskomponenten für das Land Sachsen-Anhalt

Hydrologie und Wasserbewirtschaftung 52. Jahrgang, Heft 2, April 2008

Hydrologie und
Wasserbewirtschaftung
52. Jahrgang, Heft 2,
April 2008

Autor/Autorin:
Bernd Pfützner, Beate Klöcking und Franziska Halbing

Schlagworte:
Abfluss, Abflusskomponenten, Abflussmodell, Sachsen-Anhalt

Für die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie in Sachsen-Anhalt sollten als Grundlage für die Ermittlung diffuser Stoffeinträge in die Oberflächengewässer deren Eintragspfade charakterisiert werden. Dazu erfolgte eine flächendifferenzierte, zeitlich hoch aufgelöste Modellierung des Niederschlag-Abfluss-Prozesses mit dem hydrologische Modellierungssystem ArcEGMO© (PFÜTZNER 2002). Es wurden insgesamt sechs Abflusskomponenten ausgewiesen, die sich in ihrem Zeitverhalten und ihrer Genese unterscheiden.
Das Bearbeitungsgebiet umfasste alle im Rahmen der bisherigen Bestandsaufnahme in Sachsen-Anhalt WRRL ausgewiesenen ca. 300 Oberflächenwasserkörper (OWK). Da diese Wasserkörper sich nicht an der Landesgrenze, sondern vor allem an den oberirdischen Einzugsgebietsgrenzen orientieren, liegen Teile des Bearbeitungsgebiet (ca. 5.500 km²) außerhalb Sachsen-Anhalts, d.h. in Sachsen, Thüringen, Brandenburg und Niedersachsen. Die Gesamtfläche des Bearbeitungsgebietes beträgt in etwa 26.000 km².