Die Zeitschrift Hydrologie und Wasserbewirtschaftung (HyWa) feiert ihren 60. Geburtstag

Vorwort von Prof. Dr. Nicola Fohrer
Präsidentin der Deutschen Hydrologischen Gesellschaft (DHG)
zum 60. Jahrgang der HyWa

 

Sechzig Jahre sind vergangen seit sich aus den losen Mitteilungsblättern der Bundesanstalt für Gewässerkunde in den 50er Jahren die Zeitschrift „Hydrologie und Wasserbewirtschaftung“ (HyWa), wie wir sie heute kennen, entwickelt hat. Ab 1957 diente sie unter dem Namen „Deutsche Gewässerkundliche Mitteilungen“ (DGM) als Mitteilungsblatt der gewässerkundlichen Dienststellen des Bundes und der Länder. Durch einen gemeinsamen Redaktionsausschuss und die finanzielle Beteiligung aller Dienststellen an den Druckkosten wurde eine tragfähige Basis etabliert, die bis heute Bestand hat. Seit 1999 trägt sie ihren heutigen Namen „Hydrologie und Wasserbewirtschaftung“ (HyWa) und hat sich konsequent durch ihre engagierte Redaktion zu einer modernen und leistungsstarken Zeitschrift entwickelt.

Wichtige Meilensteine waren dabei die Einführung des Peer Review Verfahrens durch je zwei Gutachter nach internationalen Standards, die Einführung englischer Zusammenfassungen und Bildunterschriften und schließlich die Aufnahme der Fachartikel in das Web of Science. Seit 2008 ist die HyWa im Science Citation Index gelistet. Wenig später erfolgte auch ihr Internetauftritt unter www.hywaonline. de und ein neues, professionelles Layout. Das Webportal wird permanent erweitert und gepflegt. Im Jahr 2012 bekamen die Fachartikel einen digitalen Objektbezeichner (DOI), einen eindeutigen bibliografischen Index für elektronische Aufsätze, und zeitgleich mit der Druckversion können nun die Artikel im pdf-Format kostenfrei heruntergeladen werden.

Mittlerweile sind alle Fachartikel zurück bis zum Jahr 2000 online archiviert und für jedermann verfügbar. Damit ist der HyWa der Schritt in eine internationale und digitale Medienwelt gelungen. Die HyWa stellt sich erfolgreich der internationalen Konkurrenz und es gelingt der Spagat zwischen international anerkannter wissenschaftlicher Zeitschrift und aktueller Mitteilungsplattform für ihre Leser, wie deren Befragung im Jahr 2012 deutlich zeigt. Dort gibt es auch ein eindeutiges Leservotum, dass trotz digitaler Verfügbarkeit die Druckfassung der HyWa sehr gerne gelesen wird. Der Redaktionsausschuss ist gleichermaßen mit Behörden- und Universitätsvertretern besetzt, um die enge Verzahnung von gewässerkundlichen Dienststellen, Wissenschaft und Berufspraxis zu gewährleisten. Die Liste der assoziierten Editoren besteht aus Mitgliedern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Damit ist die Sichtbarkeit der HyWa bei Autoren und Lesern über die Landesgrenzen hinaus angewachsen. Mittlerweile hat die HyWa einen Impact Faktor von 0,486 erreicht und ist damit die erfolgreichste deutschsprachige Zeitschrift in ihrem Themenfeld.

Auch inhaltlich hat sich die Zeitschrift stetig gewandelt und trotzdem Kontinuität gewahrt. Anfangs dienten die „Deutschen Gewässerkundlichen Mitteilungen“ besonders zum innerbehördlichen Erfahrungsaustausch über gewässerkundliche Tätigkeiten und Neuerungen im Mess- und Gerätewesen. Es erfolgte eine kontinuierliche Öffnung für aktuelle Themen der Hydrologie und Wasserbewirtschaftung und damit eine stete Erweiterung des Leserkreises auch hin zu Universitäten und Privatwirtschaft. Unter dem neuen Namen HyWa findet die Zeitschrift 1999 zu einer ausgewogenen Mischung von Fachartikeln, praxisrelevanten Informationen und nationalen und internationalen Mitteilungen, die auch ihr heutiges Profil formt. Fokussierte Themenhefte, aktuelle Forschungsartikel, Mitteilungen aus hydrologischen Fachgesellschaften, internationalen Organisationen wie UNESCO und WMO aber auch Berichte von Flussgebietskommissionen, Bund, Ländern, Hochschulen und Verbänden prägen das Gesicht der HyWa und machen sie zu einem unverzichtbaren Publikationsorgan im deutschen Sprachraum.